Gemeinde Bammental (Druckversion)

Vertus / Frankreich

So fing alles an...

Geschichte, Mitwirkende, Aktivitäten und Anekdoten aus 40 Jahren Partnerschaft mit Vertus. Schon seit 1960 gab es Kontakte zwischen der ASV (Association Sportive Vertusienne) und dem FC Viktoria Bammental. Lesen Sie die ganze Geschichte ausführlich in der PDF-Datei nach (7 MB).

Hier geht es zur offiziellen Homepage der Gemeinde Vertus/Frankreich.

Rathaus
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Ortsmitte
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Besuch in Demitz-Thumitz im September 2017 zusammen mit Vertuser Delegation

Leipzig
Leipzig

Am Freitag, 1. September 2017, machte sich eine muntere Gruppe Bammentalerinnen und Bammentaler, unter ihnen Bürgermeister Karl, einige Gemeindrätinnen und Gemeinderäte, Damen und Herren aus der Gemeindeverwaltung und des Konitee Vertus sowie Freunde aus Vertus auf die lange Reise in unsere Partnergemeinde Demitz-Thumitz in Sachsen. Bereits bei der 1000-Jahr-Feier in Bammental im letzten Jahr hatten die Freunde aus Demitz-Thumitz die Bammentaler sowie auch die Gäste aus Vertus zu ihrem Fest: „Offenes Granitdorf“ eingeladen.

Gegen 14:00 Uhr kamen wir müde, aber gut gelaunt - sicher geführt durch das Reiseunternehmen Eberhard Steinmann – in Demitz-Thumitz an und wurden von der Bürgermeisterin, Frau Pallas und den Gemeinderätinnen und Gemeinderäten sehr herzlich begrüßt. Nach Einchecken in der Unterkunft der Steinmetzschule und kurzer Kaffeepause ging es weiter zum 1. Programmpunkt nach Bautzen. Nach einer Domführung und kurzem Spaziergang kehrten wir in einem sorbischen Restaurant ein. Die Sorben sind eine slawische Minderheit, ca. 60.000 Einwohner, die seit Jahrhunderten in der Region Bautzen und Kamenz leben. Sie pflegen ihre eigene Sprache und Kultur, haben eigene Kindergärten und Schulen, in denen die Kinder 2-sprachig unterrichtet werden. Die Wirtin begrüßte uns in sorbischer Tracht, die sie uns nach einem leckeren sorbischen Essen, einem Hochzeitsessen, erklärte und uns einige Bräuche ihres Volkes vorstellte.

Gestärkt und guter Dinge machten wir uns auf einen nächtlichen Spaziergang durch das romantisch erleuchtete Bautzen. Unsere Stadtführerin schlüpfte in die Rolle einer mittelalterlichen Tuchhändlerin in traditionellem Gewand. Die französischen Gäste wurden in ihrer Sprache von einem „Schüler Melanchthons“ geleitet. Die Führung endete an einer kleinen, feinen Bierbrauerei neben der Spree, wo wir verschiedene Biersorten verkosten durften. Der Regen hatte inzwischen aufgehört und wir konnten zu so später Stunde im Freien sitzen.

Am nächsten Morgen nahmen wir an einer Führung durch die Frauenkirche in Dresden mit anschl. Orgelandacht teil. Unsere Freunde aus Demitz-Thumitz hatten auch hier für eine Dolmetscherin gesorgt. Am Nachmittag fand eine zweisprachige Stadtführung statt, die uns von den Brühlschen Terrassen über die Semper Oper zum Zwinger führte. Hierbei lernten wir vieles über die Geschichte Dresdens kennen und unsere französischen Freunde waren sehr beeindruckt von dem großartigen Wiederaufbau der fast völlig zerstörten Stadt, und ebenso über die vielen Spenden aus aller Welt, die die Frauenkirche in ihrem alten Glanz erstrahlen läßt.

Ein weiterer Höhepunkt des Tages war die Einladung zu einem „Sächsischen Abend“ in einem Dorfgasthaus in Demitz-Thumitz. Der Abend wurde durch die herzliche Begrüßung der Landtagsabgeordneten, Frau Patricia Wissel, CDU, eröffnet, die wie sie sagte mit D.-Th. eng verbunden sei. In ihrer kurzen Rede erfuhren wir, dass sie davon  beeindruckt ist, dass es das Dorf  versteht, trotz vieler Rückschläge u. a. die Schließung der Steinbrüche, durch immer neue, kreative Ideen Gäste anzuziehen und dass sie gerne mit der Gemeindeverwaltung zusammenarbeiten würde. Frau Bürgermeisterin Pallas und Herr Bürgermeister Karl betonten mehrfach, wie eng und freundschaftlich sich die Partnerschaft zwischen Bammental und Demitz-Thumitz entwickelt hat. Auch die stellvertretende Bürgermeisterin von Vertus, Mme Christian Mahaut, dankte mit herzlichen Worten für die Einladung und äußerte den Wunsch, die begonnene Freundschaft zwischen den drei Gemeinden, Bammental – Vertus – Demitz-Thumitz  möge beständig sein wie Granit und prickelnd wie Champagner“. Als Ausdruck der Freundschaft überreichten die drei Bürgermeister Geschenke wie z. B. eine Fotocollage von der 1000-Jahr-Feier, über die sich Frau Pallas und Mme Mahaut sehr freuten.

Eine besondere Überraschung bescherten uns Frau Pallas und die Gemeinderäte: Sie hatten 3 junge, engagierte Musiker eingeladen. Eine junge Frau sang französische Chansons, und begleitete sich mit dem Keyboard. Danach entführten uns ein junger Geiger und ein junger Akkordeonspieler auf eine musikalische Reise von Dresden nach Paris. Außerdem überraschten sie uns mit einem Potpori mit fröhlichen Liedern und forderten uns zum Mitsingen und Schunkeln auf. So entstand eine beschwingte, heitere Stimmung, die dazu führte, dass es zu spontanen Einlagen kam. Wir sangen das Badener Lied, die Franzosen den „Chevalier de Table Ronde“ und gemeinsam sangen wir nach ausgegebenen Texten auch Steinmetzlieder und brachten Herrn Bürgermeister Karl ein Geburtstagsständchen dar.

Am Sonntagmorgen nach einem gemeinsamen Gottesdienst in der ev. Kirche von D.-Th. führte uns der ehemalige Lehrer, Herr Jörg Nadolny durch den Ort, zu den Werkstätten, das Erlebnismuseum „Alte Steinmühle“ und an den Steinbruch. Mit viel Herzblut ging er auf die Geschichte der Steinmetztradition ein. Heute werden in der Steinmetzschule jährlich 30 junge Steinmetze ausgebildet. Nach einem kleinen Film im Erlebnismuseum brachte er uns zu einem ehemaligen Steinbruch mit smaragdgrünem See, der an die Kulisse von Karl May erinnert. Nach der hochinteressanten Führung erzählte er uns eine Geschichte:

In der Stadt Leipzig, Ausgangspunkt der Revolution von 1989, entstand der Wunsch ein Denkmal zu errichten, das an die friedliche Revolution erinnern soll. Dazu gab es eine Ausschreibung und der Entwurf mit Granitstein aus Demitz-Thumitz bekam den Zuschlag. Das Monument besteht aus einem Becken aus Granit, das vollständig mit Wasser gefüllt und in ständiger Bewegung ist und sanft überläuft, also kein Springbrunnen und keine Fontäne! Diese sanfte Bewegung des überlaufenden Wassers ist ein Ausdruck für den Charakter dieser friedlichen Revolution. Wir durften den Steinmetzmeister, Herrn Gläser aus D.-Th., der den Auftrag ausgeführt hat, kennenlernen. Das Becken steht heute vor der Nikolaikirche in Leipzig und hat einen Durchmesser von 3,30 m.

Zum Abschuss unseres Besuchs kehrten wir in einem Landgasthof zum Mittagessen ein. Frau Pallas erzählte uns kurzweilig von der reichhaltigen kulinarischen Tradition und sächsischen Erfindungen. Nach einem herzlichen Abschied und dem Versprechen, die Partnerschaft weiterhin zu pflegen traten wir die Heimreise an.

Die vielen Eindrücke und die herzlichen Begegnungen werden noch lange in uns nachklingen. Wir können den Bammentalerinnen und Bammentalern sehr empfehlen, bei künftigen Partnerschaftstreffen in Vertus oder in Demitz-Thumitz dabei zu sein, oder auch schon vorher privat die Orte zu besuchen.

Christa Kleinbub-Dunkl
Uschi Brähler

Bam-tus: die Verschmelzung von Bammental und Vertus aufgezeichnet von Bürgern aus beiden Gemeinden!

Die gemeinsam gefertigten Bilder wurden aus Anlaß des 50-jährigen Jubiläums zu einem immerwährenden Kalender zusammengestellt, garniert mit den Eckdaten der Partnerschaft und der deutsch-französischen Geschichte. Der Kalender in A3 Format - auch als Geburtstagskalender und bestens als Geschenk geeignet - ist im Bürgerbüro im Rathaus zu den üblichen Öffnungszeiten erhältlich.


http://www.bammental.de/index.php?id=23